Und hier die Geschichte, wie alles begann:

In der Zeit, in der ich ledig, aber nicht unglücklich war, kam ich mir doch ein bisschen einsam vor und machte mich auf die Suche, die Frau meines Lebens zu finden.

In der heutigen Zeit der modernen Kommunikation warf ich einen Blick ins Internet unter www.cina.de bei den Kontaktanzeigen.

Ende November 2002 nahm ich mir all meinen Mut zusammen und stellte selbst eine Anzeige hinein, mit der Hoffnung, dass sich das entsprechende Gegenüber finden wird. Zu verlieren habe ich nichts, dachte ich mir. Unter www.cina.de gibt es die Möglichkeit, eine Anzeige aufzugeben.

Ich setzte folgenden Text auf:

"Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, hat Gott denen bereitet, die ihn lieben. Langsam wird es auch für mich Zeit eine Partnerin fürs Leben zu finden. Irgendwie hat sich bis jetzt noch nichts ergeben. Eigentlich habe ich keine konkreten Vorstellungen wie Du aussehen solltest, wichtig ist vor allem, dass Dir Jesus alles im Leben bedeutet oder Du von ganzem Herzen nach ihm suchst.
Wünschen würde ich mir eine Frau unter 30, die sportlich und einigermaßen schlank ist und noch nicht geschieden ist. Sich selbst zu beschreiben ist immer so eine Sache. Ich schreibe mal, was ich sicher über mich behaupten kann. Ich bin 1,78 m groß, wiege 70 kg, habe dunkle kurze Haare und blaugraue Augen, die aber nicht sonderlich funkeln. An sich bin ich ein ernster Mensch, feinfühlig, besonnen, kritisch und teilweise richtig zweifelnd, mit einem trockenen Humor, mach oft nur das was mir Spaß macht, manchmal muffig und liebe Kinder sehr, da ich selbst wohl noch eines bin. Bin sehr neugierig, leicht für etwas zu begeistern, was dann oft nicht lange anhält. Momentan leite ich den Lobpreis in unserer sehr kleinen Gemeinde in München mit meiner Gitarre.
Außerdem arbeite ich an unserer Gemeinde-Homepage. Ansonsten treibe ich gerne Sport, wie Rollerbladen, Fußball, Snowboarden, Tauchen und reise gerne. Allerdings ist es alleine ziemlich öde. Ich hasse Joggen, Langlaufen und alles was langweilig ist. Vielleicht bist ja du diejenige, die Gott für mich bereitet, oder ich derjenige, den Gott für Dich bereitet hat, aber auch wenn es nicht mit uns klappen wird, freue ich mich auf jeden Fall über jede email oder netten Kontakt, um einfach miteinander zu reden. Trau Dich einfach! Ich werde Dich nicht auffressen, obwohl ich ganz schön großen Hunger habe.

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Ich wollte unbedingt eine Frau, die an Jesus glaubt und nicht nur in die Kirche geht. Sie sollte am liebsten Jungfrau sein, jünger wie ich und hübsch sein. Im Geheimen dachte ich, so etwas gibt es gar nicht. Und wenn dann nicht für mich, da ich ja schon älter bin.

Kurze Zeit später trafen die ersten Antworten ein. Brav beantwortete ich jede Email. Doch die richtige war nicht dabei. Der vielen Emails mittlerweile müde, hatte ich eigentlich gar keine Lust mehr und fragte mich, was ich mir damit selbst angetan hatte. Doch dann kam am 12. Dezember 03 ein Lebenszeichen von ihr, einer M. aus Wetzlar. Sie war eigentlich auf der Suche nach Stellenangeboten und stieß "zufällig" auf meine Anzeige. Nachdem sie drei Tage überlegte, entschloss sie sich nach Beratung mit ihrer Schwester, mir zu antworten.

Zuerst dachte ich, ob ihre Email wieder eine von vielen ist und riet ihr erst mal meine Homepage anzusehen, um sich ein Bild von mir zu machen. Doch sie ließ nicht locker und schrieb zurück. Das erste was sie erwähnte war, dass sie Jesus liebt. M. besuchte eine Pfingstgemeinde in Giessen. Dort spielte sie Gitarre im Lobpreisteam. Sie ist dort sehr beliebt, vor allem bei den Kindern. Mit neun Jahren hatte sie sich bereits für Jesus entschieden.

Nun begann eine Zeit vieler Emails, in der ich merkte, dass sich die Nachrichten von M. deutlich von all den üblichen bisher geschriebenen unterschieden. Ich sagte ihr alles, verheimlichte meine Probleme nicht und sie war genauso offen zu mir. Sie sagte, dass sie noch nie mit einem Mann geschlafen hatte, weil sie bis zur Ehe damit warten wollte und den richtigen noch nicht gefunden hatte. Das war das gute am Internet. Man konnte dem anderen alles sagen, ohne Angst haben zu müssen, dass man zuviel riskiert.

Nach zwei Wochen war ich bereits Hals über Kopf in sie verliebt, ohne sie je gesehen zu haben. Ein Foto musste unbedingt her. Wie wird sie wohl aussehen?

Als das Foto kam, war ich total begeistert, wie gut sie doch aussieht. Sie hat braune Haare, braune Augen, ein freundliches Lachen und ist schlank. Sie gefiel mir ausgezeichnet. Ich dankte und lobte Jesus für sie.

Ich schickte ihr einen Blumenstrauß nach Hause, über den sie sich sehr freute. Womit ich nicht rechnete war, dass sie noch bei ihren Eltern wohnte. Diese waren natürlich sehr überrascht, welcher Mann ihrer Tochter den Hof macht.

Nun folgte der nächste Schritt, man musste sich ja mal treffen. Wir wählten einen Ort, an dem keiner Heimvorteil hat und trafen uns am 02. Januar 2003 in Nürnberg.

Beide reisten wir mit dem Zug an. Eigentlich sollte sie zuerst ankommen und würde mich abholen, doch schließlich stand ich am Bahngleis und sah, wie der Intercity, in dem sie saß, langsam am Bahnsteig einfuhr. Mein Herzschlag wurde immer größer, meine Hände schwitzten vor Aufregung. Schließlich stand sie vor mir, wir sahen uns das erste Mal in die Augen. Ich merkte, dass sie wohl genauso aufgeregt war wie ich, denn sie hörte gar nicht mehr auf zu lächeln. Wir schlenderten durch Nürnberg und versuchten, alles mögliche über den anderen herauszufinden und sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Wir gingen von einem Cafe in das andere und redeten über alles mögliche. Es war ein schöner Tag.

Wir übernachteten beide in einem Nürnberger Hotel, getreu dem Motto "Kein Sex vor der Ehe!" in zwei Einzelzimmern. Am nächsten Morgen genoss ich das Frühstück mit ihr. Doch nun begann für mich die Zeit der Ungewissheit. Ich wollte von Gott wissen, ob M. die Frau ist, die er für mich bestimmt hat. Sie wusste es zu diesem Zeitpunkt schon längst, sagte mir aber nichts. Jahre später erzählte sie mir, dass sie bereits vor unserem ersten Treffen meine Unterschrift zu ihrem Vornamen geübt hatte.

Auch der nächste Tag in Nürnberg war wunderschön. Es kam die Zeit des Abschieds. Wir vereinbarten eine Bedenkzeit, in der wir vor Gott prüfen wollten, ob wir uns wieder treffen sollten. So fuhr jeder wieder nach Hause.

Doch schon am nächsten Tag hielt ich es nicht mehr länger aus. Ich rief sie an und sie kam am Montag nach München. Und wir lernten uns immer mehr kennen. Sie übernachtete im Hotel, bei mir konnte sie nicht schlafen, da das nicht gut gegangen wäre. Als ich sie später zum Bahnhof brachte, sah ich in ihren Augen, wie glücklich sie war.

Das nächste Mal besuchte ich M. in Wetzlar. Sie stellte mich ihren Eltern vor, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand.

Doch so konnte es nicht mehr weitergehen. Ich musste eine Entscheidung treffen. Es wäre nicht richtig vor Gott gewesen, ständig mit ihr alleine zu sein, ohne ernste Absichten zu haben. Vor allem deshalb, weil wir uns immer mehr liebten. Doch ich war mir immer noch nicht sicher, ob M. die Frau war, die Gott für mich bestimmt hat. Ich wollte irgendwie ein Zeichen von Gott, bekam aber keines.

Sie besuchte mich in München. Mein Pastor in München, Philippe, passte während dieser Zeit auf uns auf wie ein Luchs, damit wir anständig blieben. Dafür bin ich ihm heute noch dankbar. M. fuhr wieder zum Übernachten ins Hotel, weil ich keine andere Unterkunft fand. Ich unterhielt mich noch mit Philippe neben der Straße und teilte ihm meine Bedenken mit. Er meinte, was ich noch für Zeichen sehen wolle und ob erst ein rotes Auto vorbeikommen müsse. Als er sich umdrehte, fuhr tatsächlich ein roter Pkw vorbei. Philippe wusste schon längst, dass M. und ich zusammen passen. Jeder wusste es, nur ich nicht. Ich antwortete ihm, dass es viele rote Autos gibt. Wieder in meiner Wohnung angekommen, betete ich zu Gott. Ich zählte alle Punkte zusammen. M. war eine Jungfrau. Sie war hübsch. Sie war Christin mit Leib und Seele, war aktiv in ihrer Gemeinde, spielte Gitarre wie ich usw., genau so wie ich es mir gewünscht hatte. M. war Buchhalterin und arbeitete in einem Verlag. Sie hatte genau wie ich eine Ausbildung als Bürokauffrau absolviert. Es gab so viele Gemeinsamkeiten zwischen uns. Ich dachte mir, dass das kein Zufall sein kann und erkannte schließlich darin Gottes Führung. Für mich war es wirklich ein Wunder Gottes, dass ich M. getroffen hatte.

Noch in dieser Nacht gegen 23.00 Uhr am 07. Februar 03 fuhr ich zu ihr ins Hotel. Auf dem Weg dort hin, sagte ich Gott, dass ich unbedingt eine einzelne Rose brauchte. Diese fand ich sofort bei der nächsten Tankstelle.

Im Hotel angekommen, klopfte ich an ihrer Tür. Sie öffnete mir. Die Rose hinter meinen Rücken haltend, setzte ich mich zu ihr ans Bett. Ich sagte zu M., dass ich lange überlegt habe und mir jetzt sicher bin, dass sie die für mich von Gott bestimmte Frau ist. Ich reichte ihr die Rose und fragte, ob sie meine Frau werden wolle. Sie sagte überglücklich ja und fiel mir um den Hals. Ich bestellte eine Flasche Sekt beim Portier. Nachdem wir angestoßen hatten, fuhr ich überglücklich wieder nach Hause. Am nächsten Abend feierten wir die Verlobung mit der Gemeinde aus München.

Wir waren uns so sicher, dass wir in drei Monaten heiraten wollten. Aber es wurde doch ein bisschen später. Die nächsten Monate bis zur Hochzeit waren jedoch richtig hart. Auf der einen Seite war es gut, dass wir so weit auseinander wohnten, so war die Chance geringer, in Versuchung und somit in Sünde zu fallen. Anderseits liebten wir uns so sehr, dass es schon weh tat, den anderen für mehrere Wochen nicht sehen zu können. Wir fingen an, die Hochzeit zu planen.

Das meiste organisierte M.. Liebevoll kümmerte sie sich um die vielen einzelnen Details, wie die Tischdekoration, die Schmückung des Trausaales und den Ablauf der Hochzeit.

Am 27.06.03 fand die standesamtliche Trauung in einem kleinen Schlösschen statt. Lustigerweise hatte M.'s Familie dort früher gewohnt.

Am 28.06.03 heirateten wir in der Pfingstgemeinde in der M. aufgewachsen ist. Es wurde eine schöne große Hochzeit mit den beiden Gemeinden. Meine Verwandten, viele meiner Freunde und christlichen Brüder aus München waren gekommen. Für die Stimmung auf der Hochzeitsfeier sorgte eine jüdische Klezmer-Gruppe. Wir tanzten mit den vielen Kindern und genossen den Tag.

Die Hochzeitsnacht verbrachten wir nach all dem Vorbereitungsstress in einer Hochzeits-Suite in einem Hotel. Endlich verheiratet. Es war wunderschön. Am nächsten Tag ging es mit dem Flugzeug in die Dominikanische Republik in die Flitterwochen.

Jetzt bin ich schon seit mehreren Jahren verheiratet und sehr glücklich. Jesus Gnade ist unübertrefflich. In den Sprüchen heißt es: "Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und hat Gunst erlangt von dem Herrn! (Spr. 18,22)" Ich bin Jesus so dankbar für seine Liebe und für M.. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Seit dem ich sie kenne, weiß ich erst was Liebe ist. Es war richtig gewesen auf Jesus zu vertrauen. Er hat unser Leben rundherum gesegnet und tut es auch weiterhin.

 

 

 

 

 

 

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